News/Informationen

06.04.2005

Konsequente Umsetzung der Fokussierungsstrategie von Valora

Erfolgreiche Umsetzung der Fokussierungsstrategie führt zu positivem Jahresergebnis 2004 – Schwieriges Marktumfeld und fortgesetzte Restrukturierung in 2005

Der international tätige Schweizer Distributions- und Handelskonzern Valora hat 2004 ein herausforderndes Jahr gemeistert. Der im Jahr 2003 eingeleitete Strategiewechsel hat das Jahresergebnis 2004 massgeblich geprägt und wird 2005 einen zusätzlichen und hohen Handlungsbedarf in der abschliessenden Umsetzung der Fokussierungsstrategie erfordern. Die Erlöse aus den Devestitionen haben die Erwartungen leicht übertroffen.
Die Nettoerlöse liegen mit CHF 2.99 Mia. 1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis (CHF 3.02 Mia.), die Bruttogewinnmarge ist auf 36.3 Prozent (2003: 38.6 Prozent) zurückgegangen. Bei Valora Imaging (Fotolabo) wurde ein Goodwill Impairment in der Höhe von CHF 120 Mio. notwendig. Valora weist einen konsolidierten Reingewinn von CHF 34.6 Mio. aus (Verlust 2003: -106.3 Mio.). Das positive Betriebsergebnis 2004 (EBIT) von CHF 54.2 Mio. kommt durch Erträge aus den Devestitionen von Geschäftseinheiten (CHF 22.5 Mio.) und Immobilien (CHF 67.7 Mio.) zustande. Dem gegenüber entstanden einmalige Kosten aus der Fokussierungsstrategie von CHF 12.5 Mio. „Insgesamt liegt das Jahresergebnis innerhalb unserer Erwartungen“, sagt dazu Peter Wüst, CEO von Valora. „Unsere Eigenkapitalquote von 41% zeigt, dass Valora weiterhin über eine ausgezeichnete Risikofähigkeit und intakte Bilanzstrukturen verfügt.“ Der Rückkauf eines dritten Paketes von weiteren 270 000 Aktien konnte per 11. Februar 2005 abgeschlossen werden. Der Verwaltungsrat schlägt der kommenden Generalversammlung eine Nennwertrückzahlung von CHF 9 pro Aktie vor.

Fritz Ammann, seit 1. Januar 2005 neuer Präsident des Verwaltungsrates der Valora Holding AG, spricht von einem Jahr, „ in dem die Resultate der eingeleiteten Neuausrichtung erst teilweise sichtbar sind. Das Jahresergebnis 2004 ist zwar ein Meilenstein in einem langfristig angelegten Veränderungsprozess, mit der Profitabilität sind wir aber noch nicht zufrieden.“ Nachdem die Devestitionen der nicht-betriebsnotwendigen Einheiten 2004 weitestgehend abgeschlossen wurden, folgen nun im laufenden Jahr tiefgreifende Massnahmen zur weiteren Konzentration auf die Kerngeschäfte von Valora bzw. zur Verbesserung und Verschlankung der Unternehmensorganisation. Dazu integriert Valora die Wholesale-Aktivitäten in die Division Retail und in die neu geschaffene Division Presse & Buch. Neu setzt sich der Konzern aus den drei Divisionen Retail, Pressegrosshandel und Trade zusammen. Dieser Umbau bringt einen deutlichen Abbau der zu hohen Komplexität der Gruppe und eine Vereinfachung der gesamten Führungsorganisation mit sich. Peter Wüst ist deshalb überzeugt davon, dass Valora trotz einem anhaltend schwierigen Umfeld die Grundvoraussetzungen für künftiges Wachstum erfüllt.

Bei Valora Retail, dem umsatzstärksten Bereich der Valora Gruppe, konnte der Umsatz mit CHF 1’483 Mio. knapp gehalten werden (Vorjahr CHF 1’494 Mio.). Verantwortlich für den leichten Rückgang war insbesondere das Warengeschäft an den Kiosken in der Schweiz. Erfreulicherweise ist das operative Ergebnis (EBIT) im Vergleich zum Vorjahr von CHF 8 Mio. auf CHF 25 Mio. gestiegen. Der neue Auftritt der Marke „k kiosk“ sowie die ausgezeichnete Positionierung mit einem dichten Netz von Verkaufsstellen machen diesen Bereich auch zukünftig zu einem wichtigen Umsatz- und Erfolgsträger der Valora Gruppe. Nach dem Verkauf der Merkur Confiserien und Dolmetsch AG will sich Valora künftig stärker auf den kleinflächigen Einzelhandel in den Bereichen Kiosk und Convenience konzentrieren.

Valora Wholesale konnte die Position im europäischen Pressegrosshandel durch den Kauf des führenden österreichischen Pressegrosshändlers, PGV Salzburg, ausbauen. Damit konnten gleichzeitig die Nettoerlöse von CHF 1’242 Mio. im Vorjahr auf neu CHF 1’267 Mio. gesteigert werden. Die Akquisition trägt mit CHF 33 Mio. zu dieser Nettoerlössteigerung bei. Allerdings ging das operative Ergebnis von CHF 26 Mio. auf neu CHF 17 Mio. zurück. Für diese Gewinneinbusse sind mehrere Faktoren, wie etwa der Rückgang der Dienstleistungserlöse und die fiskalisch bedingten Preiserhöhungen bei Tabakprodukten sowie des früher kommunizierten Betrugsfalles im Tabakgeschäft (CHF 4 Mio.) verantwortlich. Eine vertiefte Analyse zeigt auf, dass in der Division viele Doppelspurigkeiten und damit eine hohe Komplexität verursacht werden. Damit das Marktpotenzial und die internationale Kompetenz im Pressegeschäft besser genutzt werden können, wird das Pressegeschäft in eine eigene Division Presse & Buch eingebracht. Der Grosshandel mit Convenience-Produkten wird sich vor allem auf die Beschaffung der Sortimente für den eigenen Einzelhandel konzentrieren und demzufolge in die Division Retail integriert. Das Sortiment wird auch Dritten angeboten.

Der Produktions- und Handelsbereich Valora Trade musste zwar einen Umsatzrückgang auf CHF 898 Mio. in Kauf nehmen (Vorjahr: CHF 930 Mio.), konnte aber das operative Ergebnis auf CHF 39 Mio. (Vorjahr CHF 34 Mio.) erhöhen. Die Konzentration auf die zwei erfolgreichen Standbeine, den Vertrieb von Markenartikeln sowie die Produktion und Vermarktung eigener Marken, zahlt sich damit aus. Marken wie Kägi, Gille und Roland sind gut verankert und tragen zur Profilierung von Valora Trade im internationalen Umfeld bei. Mittlerweile ist Valora Trade in 9 Ländern mit 14 Gesellschaften tätig.

Erwartungsgemäss hat sich sich der Bereich Valora Imaging entwickelt. Der Wandlungsprozess im technologischen Bereich aber auch die verschärften Wettbewerbsbedingungen beeinflussen die Profitabilität massgeblich. Die gescheiterten Verhandlungen zur Errichtung eines Joint Ventures mit der Spector Group führten zur Entscheidung, sich aus dem Imaging- Geschäft vollständig zurückzuziehen. Inzwischen sind mit verschiedenen Interessenten Verkaufsverhandlungen aufgenommenen worden. Aufgrund des Verkaufsentscheides von Fotolabo wurde ein Impairment von CHF 120 Mio. für das Jahr 2004 notwendig. Der Umsatzrückgang von CHF 186 Mio. auf CHF 152 Mio. sowie die gleichzeitige Profitabilitätseinbusse sind unbefriedigend. Das operative Ergebnis liegt 2004 bei CHF 14 Mio. (Vorjahr: CHF 27 Mio.).

Für CEO Peter Wüst ist der Veränderungsprozess der Valora Gruppe auch 2005 noch nicht abgeschlossen: „Zwar konnten wir, was die Profitabilität anbelangt, Terrain zurückgewinnen, aber 2005 wird nochmals ein Jahr des Umbruchs und des Übergangs, in dem wir bestenfalls mit einem Ergebnis auf Vorjahreshöhe rechnen. Durch die klare Ausrichtung auf noch drei Kerngeschäftsbereiche und die dadurch mögliche Einführung schlanker und effizienter Strukturen schaffen wir aber die Voraussetzungen, um mittelfristig zu einer nachhaltigen EBITMarge von rund 4 Prozent zurückzukehren. Wir verfügen auch über ausreichende finanzielle Mittel, um Chancen für Akquisitionen nutzen zu können und gleichzeitig unser organisches Wachstum voranzutreiben.“