Ziele für
nachhaltige
Entwicklung
Ziel 2: Kein Hunger
Ziel 12: Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster

Planet

Food Waste

Etwa ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel geht gemäss dem Verein foodwaste.ch auf dem Weg zwischen Feld und Teller verloren. Dies ist ökologisch und auch ökonomisch problematisch. Auch wenn Food Waste mehrheitlich bei Rohstoffverarbeitung und Konsum anfällt, sind die absoluten Mengen auch bei Valora relevant. Die Verantwortung für das Thema verteilt sich auf Category Management, Produktionsleitung, Vertrieb und Verkaufsstellenleitung.

Bei den Food-Service-Formaten fallen vor allem am Ende des Tages Lebensmittelabfälle an, weil Produkte vor Ort frisch und nach Bedarf hergestellt werden. In den Retail-Formaten kann es bei vorproduzierten frischen Produkten wie Backwaren und Sandwiches zu Überschüssen kommen. Solche Überangebote will Valora im ersten Schritt mittels besserer Volumenplanung reduzieren. Im zweiten Schritt werden nicht verkaufte Waren vergünstigt abgegeben. Die geringen Restmengen werden anderweitig verwendet, etwa zur Herstellung von Biogas.

Der Lebensmittelausschuss in der Backwarenproduktion von Valora kann durch kontinuierliche Verbesserungen der Prozesse und Anlagen minimiert werden.

Bewertung

Mit präventiven (Abschriften-Cockpit) und absatzfördernden Massnahmen (2. Chance, Too Good To Go) für Überschüsse setzt Valora bei den grössten Hebeln an. Trotz dieser Massnahmen führte die niedrigere und stark fluktuierende Frequenz der Kundschaft während der Coronakrise 2021 zu höheren Food-Waste-Anteilen in den Verkaufsstellen bei sinkenden absoluten Mengen.

Im Produktionsbetrieb erhöhte sich die Ausschussrate aufgrund von häufigeren Anlageumstellungen. Dabei handelt es sich um einen vorübergehenden Effekt aufgrund pandemiebedingter Nachfrageschwankungen.

Ausblick

2022 wird die Zusammenarbeit mit Too Good To Go und vergleichbaren Unternehmen intensiviert und auf weitere Formate innerhalb der Valora Gruppe ausgeweitet. Auch der Einsatz des Abschriften-Cockpits wird ausgebaut.

Ausgewählte Massnahmen
Status
Fortschritt 2021
Plan 2022

Optimierung der Produktionslinien – 
Ein kontinuierliches Verbesserungsmanagement bei den Produktionslinien führt in der Laugenbackwarenproduktion in Oranienbaum und Mainz (DE), Emmenbrücke (CH) sowie Cincinnati (USA) zur Reduktion des Ausschusses.

Zunahme der Anlagenumstellungen zur Produktionsauslastung während der Coronapandemie. Folge: Anstieg der durchschnittlichen Ausschussrate von gruppenweit 5.4 % auf 6.5 % pro produzierte Ware auf Gewichtsbasis über alle Produktionslinien.

Kontinuierliche Optimierung der
Produktionslinien.

Lebensmittelspenden – Durch Abgabe von Lebensmitteln aus der Ditsch Produktion an gemeinnützige Hilfsorganisationen (z.B. Die Tafeln) werden Bedürftige unterstützt.

Wöchentliche Abgabe an Organisationen in Mainz und Oranienbaum sowie an Helfende während der Flutkatastrophe im Sommer 2021. Insgesamt 4 800 gespendete Portionen (Vorjahr: 14 000).

Weiterführung der Lebensmittelspenden im bisherigen Rahmen.

2. Chance – Backwaren werden am zweiten Tag bis mittags vergünstigt angeboten: 2. Chance am 2. Tag für CHF 2.–

Rollout der 2. Chance in 177 Verkaufsstellen in der Schweiz, darunter sämtliche avec Stores sowie ausgewählte k kiosk Verkaufsstellen. Insgesamt 104 000 verkaufte Portionen (Vorjahr: 7 743).

Onboarding weiterer k kiosk
Verkaufsstellen in der Schweiz.

Abschriften-Cockpit – Über das neue Controlling-Instrument können die Abschriften der einzelnen Verkaufsstellen übersichtlich und dynamisch dargestellt. werden. Dies erlaubt es den Verkaufs- und Filialleitenden, gezielte Massnahmen zu ergreifen.

Rollout in Retail-Verkaufsstellen mit umfangreichem Food-Angebot in der Schweiz.

Intensivierung der Arbeit mit den Daten sowie Ableitung von Korrekturmassnahmen.

Too Good To Go – Kundinnen und Kunden werden über die App von Too Good To Go, einer europaweiten Bewegung zur Reduktion von Food Waste, kurz vor Ladenschluss preisreduzierte Food Bags angeboten. Diese können in den Verkaufsstellen abgeholt werden.

Verkauf von über 169 000 Portionen (Vorjahr: 150 000) in 96 Verkaufsstellen von Food Service Schweiz und in rund 100 BackWerken in Deutschland. Ausweitung auf weitere Formate verschoben.

Ausweitung der Zusammenarbeit mit Too Good To Go und vergleichbaren Unternehmen auf weitere Formate.

Ziele für
nachhaltige
Entwicklung
Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie
Ziel 13: Massnahmen zum Klimaschutz

Planet

Energie und Klima

Energieverbrauch kostet Geld und verursacht Treibhausgase, die zur Klimaerwärmung beitragen: Zwei wichtige Gründe für Valora, den Energieverbrauch in Laugenbackwaren-Produktion, Verkaufsstellen, Logistik und Verwaltung zu minimieren.

Hauptverbraucher in Filialen und Produktion sind Backöfen, Klimaanlagen und Kühlgeräte. Ebenfalls ins Gewicht fallen die eingesetzten Kältemittel und der Anteil fossiler Energieträger.1 Die Verantwortung für den Energieverbrauch liegt bei den Bauabteilungen der Geschäftseinheiten, bei den Betreibenden der Verkaufsstellen und der Produktionsleitung.

Bewertung

Valora adressiert insbesondere die grossen Einsparpotenziale bei den Kühlgeräten: Beim Ausbau der Backwarenproduktion sowie beim Umbau von Verkaufsstellen werden konsequent moderne Geräte eingesetzt. Sie verbessern die Energieeffizienz deutlich. Ebenso wie der Einsatz von Türen bei Kühlgeräten mit Frische- und Convenience-Produkten sowie in Konzepten ohne Self-Service. Weiteres Optimierungspotenzial besteht in einer systematischeren Bewirtschaftung des Geräteparks und bei den Kältemitteln. Der gruppenweite Energieverbrauch stieg im vergangenen Jahr um rund 22 % auf gut 112 000 MWh (Vorjahr: 92 000 MWh). Dies ist bedingt durch die erweiterte Datenerhebung, den Ausbau des Food-Angebots und entsprechender Installation von zusätzlichen Kühlgeräten sowie der Erholung im Zuge der Pandemie und den Lockdowns im Vergleichsjahr 2020. In den Produktionsbetrieben von Valora konnte die Energieeffizienz um 3 % verbessert werden, blieb aber auf erhöhtem Niveau aufgrund der pandemiebedingt grossen Nachfrageschwankungen.

Ausblick

Strategisch wird 2022 der Pfad zur Klimaneutralität ausgearbeitet und gemeinsam mit konkreten Zielen verabschiedet. Operativ wird im Laufe des Jahres 2022 in der ganzen Gruppe auf 100 % erneuerbaren Strom umgestellt, womit der grösste Hebel im Bereich Scope 1 und Scope 2 genutzt wird. Weiterhin werden Mindestanforderungen für neue Kühlgeräte und Beleuchtungen sowie den Einsatz von Schaltuhren bei den Retail-Formaten ausgearbeitet und eingeführt. Die Datenerhebung wird kontinuierlich ausgebaut, um weiteres Effizienzpotenzial zu erschliessen und eine unternehmensweite CO2-Bilanz zu erstellen.

1 Weitere Klimaauswirkungen in der Lieferkette werden durch Massnahmen in der Säule «Products» reduziert.

Ausgewählte Massnahmen
Status
Fortschritt 2021
Plan 2022

Energiemanagementsystem – In den grössten Produktionsbetrieben Mainz und Oranienbaum wird ein ISO 50001-zertifiziertes Energiemanagementsystem eingesetzt. Dieses ermöglicht die kontinuierliche Erhebung von Daten und damit die Identifizierung und Umsetzung von Verbesserungsmassnahmen sowie Erfolgskontrollen.

Erfolgreicher Audit nach der revidierten Fassung des ISO 50001: 2018. Optimierung der Anlagen, Austausch der Heizung in der Zentrale in Mainz. Teilweise Verzögerungen bei der Umsetzung von Energiesparmassnahmen aufgrund von Kostensparmassnahmen.

Planung und Umsetzung weiterer
Massnahmen im Rahmen des
Energiemanagements.

Logistik – Eine enge Zusammenarbeit mit den Logistikfirmen stellt effiziente Lieferungen sicher. Gleichzeitig werden Routen und Stopps kontinuierlich optimiert. Weitere Erfolgsfaktoren sind Effizienzsteigerungen, die höhere Auslastung der Fahrzeuge und eine verbesserte Disposition in den Verkaufsstellen.

Einsparung von über 50 000 Stopps bei Retail Schweiz innerhalb von zwei Jahren im Rahmen von Pandemiebedingten Anpassungen. Dies entspricht einer Reduktion von mehr als 20 %. Übergang einer effizienteren Logistik in den Regelbetrieb bei BackWerk in Deutschland.

Die reduzierte Anzahl Stopps bei Retail Schweiz soll auch im Regelbetrieb grossteils beibehalten werden. 
Weitere Optimierung zur nachhaltigen Effizienzsteigerung in der Belieferungslogistik.

Emissionsarme Lieferungen nach Hause – Der Online-Store avec now liefert an ausgewählten Standorten Lebensmittel nach Hause. Durch den Einsatz von Elektrofahrrädern ist eine Lieferzeit von unter 30 Minuten möglich.

Probebetrieb mit Elektrofahrrädern.

Umstellung sämtlicher Lieferungen auf Elektro-Fahrräder. Dies spart über 1 kg CO2 pro Lieferung im Vergleich zur Autoauslieferung.

Modernisierung der Kühlanlagen – Die Kühlanlagen in den Verkaufsstellen werden laufend durch effizientere Modelle ersetzt. Zur weiteren Effizienzsteigerung kommen bei Kühlgeräten mit Frische-und Convenience-Produkten sowie in Konzepten ohne Self-Service Türen zum Einsatz.

Einsatz von Türen gemäss neu definierten Vorgaben.

Laufende Erneuerung mit effizienteren Kühlaggregaten. Ausarbeitung einer Kühlgerätestrategie, um Mindeststandards für Kältemittel und Energieklassen festzulegen.

Energieverbrauchsanalyse in Verkaufsstellen – Durch Begehungen vor Ort werden Hauptverbraucher und skalierbare Energiesparmassnahmen identifiziert.

Begehung mehrerer Verkaufsstellen und Umsetzung der ersten vorgeschlagenen Energiesparmassnahmen.

Weitere Begehungen und Implementierung der vorgeschlagenen Massnahmen.

Datenerhebung – Der Energieverbrauch in den Verkaufsstellen wird gemessen und in Echtzeit abgelesen, um Einsparpotenziale zu identifizieren und Effizienzmassnahmen abzuleiten.

Erhebung des Stromverbrauchs in 1 695 von 2 724 Verkaufsstellen. Verzögerung beim Einbau von Messanlagen vor Ort.

Ausbau der Datenerhebung in ausgewählten Verkaufsstellen.

Erneuerbare Energien – Zur Minimierung der negativen Auswirkungen auf das Klima kommen erneuerbare Energien zum Einsatz.

Nutzung von erneuerbarem Strom bei Retail Deutschland.

Konzernweite Umstellung auf 100 % erneuerbaren Strom.